SenMoove ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt, was vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) nach der Corona-Krise initiiert wurde. Ziel von SenMoove ist, dass Daten über die Luftqualität und die Fahrgastbelegung in Bussen und Bahnen erfasst werden und diese Daten den Verkehrsunternehmen in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden. Bei erneut auftretenden Pandemien können die Verkehrsunternehmen, anhand dieser Daten gezielter Maßnahmen planen und umsetzen, wie Einhaltung bestimmter Abstände oder den Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge. Zusätzlich können ausgewählte Daten in der Fahrplanauskunft dargestellt werden. Projektpartner sind die Technische Universität Chemnitz, das Fraunhofer Institut für Elektronische Nanosysteme (ENAS) die HaCon Ingeniergesellschaft (HaCon), die Regionalbus Leipzig GmbH und die hd Management Consulting GmbH (hdmc).
Dazu wurde eine Technik entwickelt, welche die Luftqualitätsdaten in den Fahrzeugen erfasst und diese Daten in eine Cloud überträgt. Zusätzlich wird der aktuelle Belegungsgrad im Fahrzeug - wo sitzen wieviele Personen im Fahrzeug- mittels Ultra-Wide-Band Sensoren analysiert und diese Daten ebenfalls in die Cloud übertragen. In der Cloud werden die aus dem Fahrzeug empfangenen Daten, mit weiteren Daten abgeglichen, ausgewertet und Prognosen erstellt.
Technik im Fahrzeug
Die Sensoren im Fahrzeug übermitteln ihre Daten an eine Master-Unit. Die Datenübertragung erfolgt über WLAN. Dadurch müssen keine zusätzlichen Datenkabel im Fahrzeug verlegt werden. Die Master-Unit überträgt die von den Sensoren übermittelten Daten, entweder über ein in der Master-Unit eingebautes LTE-Modem oder einen im Fahrzeug vorhandenen Router an die Cloud. Zusätzlich werden bei jeder Datenübermittlung an die Cloud die aktuellen Türzustände (geöffnet/geschlossen) und die aktuellen Fahrdaten (Linie, Kurs, Haltestelle, etc.) sowie die genauen GPS-Positionsdaten mit übertragen. Die Hard- und Software der Master-Unit und die Hard- und Software der Luftqualitätssensoren wurde von der hdmc entwickelt. Die Hard- und Software der UWB-Sensoren wurde von der TU-Chemnitz entwickelt.
Datenanalyse | Schnittstellen zu Drittsystemen | Fernanalyse
Die Auswertung der von den Fahrzeugen übermittelten Daten erfolgt über ein Webportal, was in einer Cloud betrieben wird. Das Webportal ist mandantenfähig und kann dadurch auch Daten aus anderen Projekten verwalten. Fraunhofer ENAS wertet die in der Cloud gespeicherten Daten unter der Einbeziehung weiterer Daten zusätzlich aus. Alle in der Cloud gespeicherten Daten können über eine offene Schnittstelle an Drittsysteme weitergegeben werden, beispielsweise an die Fahrplanauskunft, für die die HaCon in diesem Projekt zuständig ist. Die in den Fahrzeugen eingebaute Technik wird über das Webportal überwacht und alle Systemparameter können über das Webportal remote eingestellt werden. Das Webportal wurde von hdmc entwickelt.
Nutzen: Energieeinsparung, weniger Emissionen, schnellerer Fahrgastwechsel
Anhand der ermittelten Daten können Luftreinigungsanlagen -wie beispielsweise UV-Renigungsanlgen, die während der Coronakrise beschafft wurden- bedarfsorientiert gesteuert werden. Bewegen sich bestimmte Luftqualitätsparameter im "Normbereich" können diese Anlagen, die teileise eine Leistungsaufnahme von bis zum 100W pro Gerät haben, ausgeschaltet bleiben. Das Verkehrsunternehmen spart dadurch Treibstoff und die Lebensdauer der UV-Lampen erhöht sich. Gleichzeitig wird der CO2 und NOx Dieselausstoß reduziert. Werden diese Daten den Auskunftssystemen zur Verfügung gestellt und auf den dynamischen Fahrgastinformationsanzeigern (DFI) dargestellt, drängeln sich nicht alle Fahrgäste an einzelnen Türen. Fahrgastwechselzeiten, die zu Verspätungen führen, können somit reduziert werden.
Abschlussveranstaltung
Die Ergebnisse des Projektes SenMoove und die in diesem Projekt entwickelten Hard- und Softwarekomponenten werden am 8.September 2026 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die kostenfreie Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten des Fraunhofer Institutes für Elektronische Nanosysteme ENAS auf dem Technologie-Campus 3 in 09126 Chemnitz statt. Dort wird auch einer der drei Testbusse ausgestellt, in dem die entwickelte Technik eingebaut ist. Weitere Details und Ameldung unter SenMoove-Abschlussveranstaltung.